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Neue Fraunhofer-Studie zur Solarstromförderung

Die vom Bundesumweltministerium vorgeschlagene Absenkung der Solarförderung ist unangemessen hoch und gefährdet die Solarproduktion in Deutschland. Dies ist das zentrale Ergebnis einer aktuellen Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE).

Die Wissenschaftler des renommierten Freiburger Fraunhofer ISE haben in ihrer heute veröffentlichten Studie untersucht, in welchem Umfang eine zusätzliche Absenkung der Einspeisevergütung für Solarstrom angemessen wäre. Bereits zum Jahreswechsel waren die Fördersätze gemäß den Vorgaben des Erneuerbare-Energien Gesetzes (EEG) um bis zu elf Prozent reduziert worden. Nach Vorstellungen des Bundesumweltministers sollen sie zum 1. Juni 2010 und zum Anfang 2011 erneut im jeweils zweistelligen Prozentbereich gesenkt werden, allein in diesem Sommer um 15 Prozent.

"Unsere Berechnungen zeigen, dass für Solarstrom-Anlagen bis 30 Kilowatt Spitzenleistung eine einmalige zusätzliche Absenkung von sechs Prozent und für Anlagen bis 100 Kilowatt von zehn Prozent angemessen wäre", sagt ISE-Institutsleiter Prof. Eicke Weber. "Die Vorschläge des Umweltministers liegen weit darüber und würden den solaren Produktionsstandort Deutschland massiv gefährden."

Das Fraunhofer ISE geht in seiner Studie davon aus, dass trotz Effizienzsteigerungen die Produktion in Deutschland zu großen Teilen nicht mehr wirtschaftlich darstellbar wäre. "Dies würde sehr wahrscheinlich zu einem Arbeitsplatzabbau in Deutschland führen", erklärt Weber. Laut ISE sind die Preise für Solarstromanlagen im letzten Jahr deutlich stärker gesunken als die Kosten: "Wir sehen die Gefahr von Dumpingpreisen, mit denen sich einige asiatische Unternehmen auf Basis von äußerst günstigem Kapitalzugang Marktanteile kaufen. Eine Reduktion der Förderung in Deutschland sollte sich an der realen Kostenentwicklung orientieren und damit die Voraussetzung dafür schaffen, dass deutsche Unternehmen weiterhin kostendeckend produzieren können", so Weber.

Die Freiburger Solar-Experten betonen, dass deutsche Photovoltaik-Unternehmen gegenüber ihren asiatischen Konkurrenten nur dann wettbewerbsfähig bleiben, wenn sie ihren technologischen Vorsprung halten und ausbauen können. "Dies setzt verstärkte Anstrengungen im Bereich Forschung und Entwicklung voraus", so Weber.

Die Studie des Fraunhofer ISE steht zum Download bereit unter www.solarwirtschaft.de


ABSI-Resoluitionzur geplanten Solarförderkürzung

Die Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Solarinitiativen (ABSI) hat folgende
Resolution zur geplanten Verschlechterung der Einspeisevergütung für
Solarstrom beschlossen:

Es wird auf die Bedeutung eines dynamischen Ausbaus der Photovoltaik
für den Klimaschutz und für die Energiewende hingewiesen. Eine maßvolle
Absenkung der Einspeisevergütung im einstelligen Prozentbereich tragen
die Teilnehmer des 17. Jahrestreffen der ABSI mit. Die vom
Bundesumweltminister bekannt gegebenen Eckpunkte gehen jedoch weit über
das vertretbare Maß hinaus. Darüber hinaus wollen die Bayerischen
Solarinitiativen die Chance nutzen und einige Veränderungen im EEG
erreichen, die der Solarenergie und der Solarwirtschaft zusätzlichen
Schwung verleihen werden.
Die Resolution soll so rasch wie möglich der Bundesregierung und dem
Bundestag übergeben sowie die Presse informiert werden. Besonderes
Gewicht erhält die Resolution durch die Nennung möglichst vieler
Solarinitiativen, die ihren Inhalt unterstützen.

Den Rundbrief und die Resolution können Sie auf der Internetseite der Bayerischen Solarinitiativen abrufen.

Bitte melden Sie sich bei der ABSI, wenn Einverständnis mit der Resolution besteht und Ihre/Eure Initiative als Unterzeichner genannt werden darf.


Prämie für solare Modernisierung alter Heizungen verlängert

Heizkessel-Abwrackprämie verlängert: ST-Kesseltauschbonus auch 2010

Nach Angaben des Bundesumweltministeriums wird der bei Heizungsmodernisierungen mit solarthermischen Anlagen zusätzlich zur Bafa-Kollektorförderung gezahlte Kesseltauschbonus um ein weiteres Jahr verlängert. Statt bislang 750 Euro beträgt der Bonus allerdings nur noch 400 Euro.

Die 2007 maßgeblich auf Initiatives des BSW-Solar initiierte und ursprünglich auf ein Jahr limitiert "Heizkessel-Abwrackprämie" hat sich in den letzten Jahren zu einem wirksamen Anreiz zum Austausch alter Heizkessel gegen eine Solarheizung entwickelt. Alleine in 2009 wurden mehr als ein Drittel aller MAP-geförderten Solarthermieanlagen im Rahmen einer Heizungsmodernisierung mit Kesseltauschbonus realisiert.

Der BSW-Solar hatte sich vor dem Hintergrund der rückläufigen ST-Nachfrage in den letzten Wochen gegenüber Bundesumweltminister Norbert Röttgen und zahlreichen Parlamentarieren mit Nachdruck für eine Verlängerung der erfolgreichen Förderkomponente eingesetzt.


Bundeshauptstadt im Klimaschutz 2010

Am 1. Januar ist der Wettbewerb „Bundeshauptstadt im Klimaschutz 2010“ der Deutschen Umwelthilfe (DUH) gestartet. An diesem Wettbewerb können sich Kommunen aller Größenklassen beteiligen. Gezeigt werden soll, dass eine bedachte Kommunalplanung zum Klimaschutz betragen kann.

In den Handlungsfeldern Energiesparen, Energieerzeugung, Verkehr, Siedlungsentwicklung, Öffentlichkeitsarbeit und Finanzierung sowie im Bereich Green IT müssen sich die Teilnehmer mit Kommunen, kreisangehörigen und kreisfreien Städten und Gemeinden aus ganz Deutschland messen.

Den Titel „Bundeshauptstadt im Klimaschutz 2010“ erhält, wer insgesamt die meisten Punkte erzielt und zusätzlich eigene bereits umgesetzte Klimaschutzprojekte vorweisen kann. Bewertungsgrundlage des Wettbewerbs ist ein Fragebogen. Ein zuvor festgelegtes Punktesystem gewichtet die eingetragenen kommunalen Leistungen. Beim Wettbewerb wird zwischen drei Teilnehmerklassen unterschieden: bis 20.000 Einwohner, bis 100.000 Einwohner, über 100.000 Einwohner.

Mehr Informationen erhalten Sie hier!


Buch-Tipp: "Wir sägen an unserem Ast"

Dietrich Papsch, Buchautor und Vorsitzender der Solarinitiative „Energie-Tisch Altenberg e. V.“ hat vor kurzem sein drittes Buch veröffentlicht. Wie in seinem ersten Werk „Sonnensucher am Kahleberg“ geht es auch in seinem neuen Buch "Wir sägen an unserem Ast" um die gegenwärtigen Hauptrisiken unserer menschlichen Gesellschaft: die Weltwirtschaftskrise, die zunehmende Spaltung unserer Gesellschaft in arm und reich, die Energiekrise und den gefährlichen Wandel des Klimas und was wir dagegen tun können. Im Kapitel „Eine Energiewende muss her“ berichtet Dietrich Pasch über beispielgebende Solarinitiativen in Deutschland, die Vorreiter für die 100%-Versorgung durch Erneuerbare Energien sind. So berichtet er beispielsweise über Martina Raschke, die mit ihrer Bürgerstiftung „Energiewende Oberland“ in den beiden Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach die Energiewende bis 2035 anstrebt, und über Birgit Baindl, die mit ihrer Initiative "Ziel 21" die Energiewende im Brucker Land bereits fünf Jahre früher erreichen will. Weitere Akteure in dem Buch sind u.a. Dr. Elke Seidel vom Landkreis Potsdam Mittelmark, Prof. Dr. Ernst Schrimpff, Peter Rubeck aus Södostbayern und Gerhard Kreutzers von der Energie-Initiative Kirchberg. Ein weiteres Unterkapitel widmet Dietrich Pasch dem Pfarrer Michael Ipolt aus dem katholischen Eichsfeld, den er auf den RegioSolar-Konferenzen regelmäßig wieder getroffen hat.  Für Kenner und RegioSolar-Interessierte sicher eine spannede Lektüre!

Das Buch „Wir sägen an unserem Ast“ von Dietrich Papsch ist vor kurzem im Verlag DeBehr Radeberg erschienen (ISBN: 78-3-941758-00-1). Es kann zum Preis von 14,95 Euro über den Buchhandel, über Amazon oder direkt beim Autor bestellt werden.


Solarenergie lohnt sich auch in 2010

Nach der Bundestagswahl standen viele Spekulationen im Raum, wie es mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien unter der schwarz-gelben Regierung weiter geht. Absenkungen der Solarförderung um bis zu 30 Prozent wurden befürchtet. Doch im endgültigen Koalitionsvertrag der Union und FDP ist eine deutliche Absenkung der Solarförderung nicht vorgesehen. Die Solarbranche wird stattdessen im Dialog mit der Politik Spielräume für eine Anpassung der Förderung über das gesetzlich fixierte Maß hinaus ausloten. Zunächst geht alles aber seinen gewohnten Gang. Das bedeutet, dass die Förderung in dem vom Erneuerbaren-Energien-Gesetz vorgesehen Maß zum Jahreswechsel für Neuinvestoren um neun bzw. elf Prozent runtergestuft wird. Die jährliche Absenkung der Förderung soll die Branche dazu anhalten, sich technisch stetig weiter zu entwickeln und die Preise kontinuierlich zu senken. Auf diese Weise will der Gesetzgeber dem Verbraucher so schnell wie möglich die rentable Investition in eine Solaranlage auch ohne Förderung ermöglichen.

Für 2010 bedeutet das: Privatinvestoren, die auf ihrem Eigenheim eine neue Photovoltaikanlage errichten, erhalten für jede eingespeiste Kilowattstunde Solarstrom immerhin noch 39,14 Cent. „Der Run auf Solaranlagen ist erfreulich und auch verständlich“, so Carsten Körnig vom Bundesverband Solarwirtschaft e.V. „aber auch im nächsten Jahr wird sich die Investition in Solaranlagen in der Regel auszahlen. Worauf Verbraucher achten sollten, ist eine qualitativ hochwertige Anlage und deren fachgerechte Installation – dann hat man auch lange Freude an sauberem Strom vom eigenen Dach.“

Ein Weg, die fachgerechte Installation einer Solaranlage sicher zu stellen, bietet der Photovoltaik-Anlagenpass des BSW-Solar. Mit ihm dokumentiert der installierende Handwerksbetrieb seine fachgerechte Arbeit. Betriebe, die den Anlagenpass anbieten, sind auf www.pvap.de registriert. Informationen rund um die Technik und Förderung von Solaranlagen gibt es kostenlos im Internetratgeber www.solartechnikberater.de.

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Regionalbündnis „Sonnenstrom + Sonnenwärme vom Watzmann bis zum Wendelstein" auf Erfolgskurs

Solarboom mit einem Umsatz von mehr als 570 Millionen Euro

Traunstein, den 17.10.2009/ Im Rahmen der Zwischenbilanzkonferenz im Rathaus der Großen Kreisstadt Traunstein konnte das Regionalbündnis „Sonnenstrom + Sonnenwärme vom Watzmann bis zum Wendelstein“ einen sehr positiven Rückblick auf die Jahre 2008 und 2009 werfen. Der Gesamtumsatz in der Region im Bereich Solarstrom und Solarwärme beläuft sich inzwischen auf über 570 Millionen Euro im Handwerk.

Landrat Hermann Steinmaßl lobte in seinem Grußwort das hohe ehrenamtliche und professionelle Engagement aller Beteiligter. Der Landrat stellte klar heraus, dass der Klimawandel in den nächsten Jahren ein energisches Handeln von allen benötige. Der Landkreis Traunstein hat sich das Ziel gesetzt bis zum Jahr 2020 im Strombereich zu 100 Prozent auf Erneuerbare Energien umzusteigen, wenn möglich auch im Bereich.

In den Landkreisen Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land sind inzwischen über 8.190 Solarkraftwerke mit einer Leistung von mehr als 104 Megawatt am Netz. Damit gehört die Region vom Watzmann bis zum Wendelstein weiter zu den führenden Solarstromregionen in Deutschland und Europa. Jährlich werden somit 36,4 Millionen Kilowattstunden sauberer Strom produziert. Im Landkreis Traunstein können bereits über 6 % des Stromverbrauchs in der Jahresbilanz über die Solarkraftwerke abgedeckt werden. Der Umsatz seit Start der Initiative im Jahr 2000 hat sich auf 459 Millionen Euro summiert. Ein beeindruckender Beleg, welche Bedeutung als regionaler Wirtschaftsfaktor damit verbunden ist. Der Landkreis Traunstein kommt auf eine Solarstromanlagendichte von mehr als 240 Watt pro Einwohner und ist mit Abstand Spitzenreiter in der Region. Die Solarstromdichte liegt im Landkreis Rosenheim bei 178 Watt pro Bürger, im Landkreis Berchtesgadener Land bei 127 Watt pro Einwohner.

Mehr Informationen unter www.forum-oekologie.org


Broschüre: Chance Solarenergie

Anlässlich der RegioSolar-Konferenz wurde die Broschüre "Chance Solarenergie  - Kommunale Handlungsmöglichkeiten für eine nachhaltige Entwicklung" veröffentlicht, die vom Deutschen Städte- und Gemeindebund, Bundesverband Solarwirtschaft und der Deutschen Umwelthilfe erstellt wurde. Sie informiert über die Handlungsmöglichkeiten von Kommunen, den Einsatz von Solarenergie vor Ort aktiv zu fördern. Die Veröffentlichung wendet sich an Entscheidungsträger in Kommunen und Landkreisen.

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Turnow-Preilack ist „Energie-Kommune“ des Monats September

Die brandenburgische Gemeinde Turnow-Preilack ist für ihr Engagement als „Energie-Kommune“ des Monats September 2009 ausgezeichnet worden. Vor wenigen Wochen konnte in der 1.230-Einwohner-Gemeinde das weltweit zweitgrößte Solarkraftwerk eingeweiht werden. Es hat eine installierte Leistung von 53.000 Kilowatt und kann etwa 15.000 Haushalte mit sauberem Solarstrom versorgen. Das Besondere daran: Das Solarkraftwerk befindet sich auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Lieberose. Dieser ging nach dem Abzug der Sowjetarmee im Jahr 1992 in den Besitz des Landes Brandenburg über – mit allen Altlasten. Neben scharfer Munition auf dem Gelände sorgten vor allem Chemikalien für Gefahr und verunreinigten den Boden und das Grundwasser. „Für uns war es sehr wichtig, dass die Kampfmittel endlich geräumt wurden. Überall waren Fässer mit chemischen Kampfstoffen im Boden vergraben“, erklärt der Bürgermeister der Gemeinde Turnow-Preilack, Helmut Fries.
Seit Januar 2008 haben Kampfmittelräumdienste auf der Lieberoser Heide eine Fläche von rund 400 Hektar von Munition und chemischen Altlasten befreit. Die dafür notwendigen fünf Millionen Euro konnten durch eine Einmalzahlung der Investoren des Solarkraftwerks und durch die Pachteinnahmen für das Gelände finanziert werden. „Die ganze Gemeinde steht hinter dem Projekt. Bürger und Gemeindeverwaltung haben sich regelmäßig getroffen, um es voranzutreiben und Hindernisse aus dem Weg zu räumen“, erinnert sich Fries. Innerhalb von nur 30 Monaten wurden die Aufstellung des Bebauungsplanes, die Beseitigung der zurückgelassenen Kampfmittel und der Aufbau der Anlage durchgeführt.
Die Unternehmen First Solar und juwi investieren insgesamt 160 Millionen Euro, um das Solarkraftwerk zu realisieren. First Solar liefert die ca. 700.000 Photovoltaikmodule in modernster Dünnschichttechnologie. Sie werden überwiegend im Werk Frankfurt/Oder hergestellt. Die juwi-Gruppe aus Rheinland-Pfalz übernimmt als Generalunternehmer Planung, Errichtung und Betrieb der Anlage. „Die Räumung der Altlasten auf dem ehemaligen Militärgelände in Lieberose ist eine perfekte Win-Win-Situation für Umwelt, Wirtschaft und Bevölkerung“, erklärt Jörg Mayer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, anlässlich der Bekanntgabe der „Energie-Kommune“. „Erneuerbare Energien ermöglichen, die Verschmutzungen der Vergangenheit zu beseitigen und zukünftige Umweltbelastungen zu vermeiden. Zudem bringen sie Arbeitsplätze in die Region und Gewerbesteuereinnahmen in die Gemeindekasse.“

Weitere Informationen zu diesem vorbildlichen kommunalen Energieprojekt finden Sie auf der Internetseite des Solarparks Lieberose.

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